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07.07.2012, 19:24 Uhr
Werden wir Königs Wusterhausener verschaukelt?
CDU fordert Verlässlichkeit bei den Flugrouten

Der CDU Ortsverband Königs Wusterhausen ist grundsätzlich nicht gegen den Flughafen Schönefeld – wir sind nicht jene, die jeden technischen und wirtschaftlichen Fortschritt ablehnen. Der derzeitige Stand bei der Festlegung der Abflugrouten bei Ostwind kann jedoch nicht so hingenommen werden.

Königs Wusterhausen -

Ohne Vorwarnung und ohne Möglichkeit, sich noch zu äußern, sollen bis zu 50 000 Menschen plötzlich zu Lärmbetroffenen werden, ohne dass es für die Änderung der bisherigen Pläne einen zwingenden Grund gibt.

Seit vielen Jahren wird über den Flughafen und die Flugrouten gestritten, weil Flugzeuge nun mal Lärm erzeugen. Bereits 1997 sind im Planfeststellungsverfahren Flugrouten benannt worden, die dann auch Grundlage der 2010 von der Deutschen Flugsicherung vorgeschlagenen Routen waren. Die Fluglärmkommission hat in vielen Sitzungen das Für und Wider verschiedener Routen diskutiert und dazu Beschlüsse gefasst. In einer der letzten Sitzungen vor der Abgabe der Vorschläge an das Bundesaufsichtssamt (BAF) für Flugsicherung wurde ein Vorschlag eingebracht, der die Bürger von Königs Wusterhausen, Wildau, Zeesen und möglicherweise Bestensee, insgesamt fast 50 000 Einwohner, stark belasten könnte. Die sogenannte Alternative 5 sieht nach dem Start in Ostrichtung ein schnelles Abknicken der Flugbahn nach Süden, westlich an Wildau vorbei bis zur A 10 und dann den Weiterflug längs der A 10 bis zum Erreichen von 5000 Fuß (1524 m) vor. Diese Höhe wird wahrscheinlich noch über KW erreicht werden. Von da an weist die Flugsicherung den Kurs zum Reiseziel zu, das zumeist im Süden liegt. Dann führen die Flugbahnen von ca. 100 Flügen täglich über die Siedlungsachse Königs Wusterhausen-Zeesen-Bestensee.

Diese Alternative 5 wurde von der Leitung der Fluglärmkommission an das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung weitergegeben, obwohl die Kommission nicht darüber abgestimmt, geschweige denn diese beschlossen hat.

Es ist nun zu befürchten, dass die Bürger von Königs Wusterhausen, Wildau, Zeesen und Bestensee durch die Abflugstrecke und die endgültigen Flugbahnen doppelt belastet werden. Davon wären auch das Krankenhaus, die TH Wildau und mehrere Schulen betroffen.

Die Alternative 5 ist jedoch unnötig, weil die ursprüngliche Variante mit 15 Grad Abweichung gegenüber der Nordbahn ausreichend ist, um die Kriterien für den unabhängigen Parallelflug zu erfüllen.

Der Geradeausflug mit 15 Grad Abweichung kommt den ursprünglich im Planfeststellungsverfahren vorgeschlagenen Routen nahe und wurde auch von der Deutschen Flugsicherung (DFS) zu Beginn des Verfahrens favorisiert. Diese Route war allen Betroffenen seit 1997 bekannt und ist damit Grundlage für viele Planungen privater und unternehmerischer Ansiedlungen gewesen.

Wir erwarten vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung und dem Bundesverkehrsministerium, dass Abflugvarianten genehmigt werden, die dem Vorschlag im Planfeststellungsverfahren und der ursprünglichen Variante der DFS weitestgehend nahe kommen. Dies wäre ein Zeichen für Verlässlichkeit, da viele der jetzt Betroffenen lange der ursprünglichen Planung vertraut haben. Außerdem ist ein Start mit anschließendem Geradeausflug zu Beginn der Steigphase gewiss sicherer und für die Passagiere angenehmer als das Fliegen mehrerer scharfer Kurven.

 

Die CDU Königs Wusterhausen fordert die Landesregierung und die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden auf, sich in diesem Sinne für die Interessen der hier lebenden Bürger einzusetzen.